Beifuß

Beifuß zählt zu den beliebtesten heimischen Räucherkräutern und ist neben Salbei und Johanniskraut die beste Wahl für Hausräucherungen. Er bietet Schutz vor Verwünschungen und alten Schwüren, was ihn als magische Kraftpflanze gelten lässt. Er vertreibt negative Einflüsse und reinigt Orte physisch und geistig.

Er  ist eine der ältesten Pflanzen für Rituale in Europa  und galt einmal als das kraftvollste aller Heilkräuter, bei den Germanen wurde er daher Machtwurz genannt. Auch die Kelten und indianische Medizinmänner nutzten bei vielen Gelegenheiten die Wirkung von Beifuß. Insbesondere, da ihm die Stärkung der Manneskraft nachgesagt wird.

Völlig zu Unrecht ist er bei uns heute kaum noch als Heilmittel bekannt, sondern eher als Gewürz für Gänsebraten oder fette Braten, da er die Verdauung anregt.

Griechische Heiler und Ärzte, wie Hippokrates bezeichneten den Beifuß als wichtigste Pflanze in der Frauenheilkunde.

Wirkungen:

Hilfe bei Blasen- und Eierstockentzündungen,  Gallenerkrankungen,  Magen­schleimhaut­entzündungen, Magenkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Bauchspeicheldrüsenprobleme,  Schlafstörungen, Unterleibsschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Appetitlosigkeit.

Es ist antibakteriell, desinfizierend, entspannend, fördert die Durchblutung und erhöht die Fruchtbarkeit.  Achtung in der Schwangerschaft, es ist wehentreibend.

Ins Auto gehängt vertreibt er auf langen Autofahrten die Müdigkeit.

 

Wirkung beim Räuchern:

Der Rauch von Beifuß ist angenehm und wohlriechend, er wirkt beruhigend, fördert die Konzentration und ist zudem keimtötend. Die wichtigste Eigenschaft beim Räuchern von Beifuß ist seine Begleitung bei allen Arten von Transformations- und Übergangsprozessen, da bietet er Hilfe beim Loslassen und Abschied nehmen. Er unterstützt den Neubeginn und eine eindeutige Ausrichtung bei Unsicherheiten, die damit einher gehen können. Er hilft bei der Eröffnung neuer Perspektiven durch seine reinigende und ermutigende Wirkung. Bei plötzlichen Veränderungen im Leben oder beim Tod geliebter Menschen oder Tiere gibt er Schutz und Halt und hilft damit bei der Bewältigung der schwierigen Situation.

Beifuß ist zusammen mit Johanniskraut das wichtigste Räucherkraut bei Sonnenwenden. In Verbindung mit Salbei und Wacholder ist er perfekt für Hausräucherungen in den Rauhnächten.

Am 15. August an Maria Himmelfahrt findet die sogenannte Kräuterweihe statt. Dann werden gebundene Kräutersträuße gesegnet, die dann in den Rauhnächten verräuchert werden, um Haus und Hof oder Wohnung vor bösen Geistern, Krankheiten, Unglück und jeglichen Katastrophen schützen soll.

Beifuß gehört zu den Pflanzen, die in diese Kräutersträuße eingebunden werden, genau wie auch Johanniskraut und Rainfarn.

 

Sammelzeit: Das ganze Kraut von Juli bis September, die Wurzel im späten Herbst

Standorte: Weg- und Straßenränder, Lichtungen, Wiesen, Böschungen

Wuchshöhe: bis zu 2 m

Verwendete Teile: Wurzeln, Blüten und Blätter

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Erkennungsmerkmale:

 

– Der Hauptstängel ist dunkelrot-braun bis lila gefärbt und sehr hart. Er  ist nicht ganz rund, er fühlt sich an, als habe er 2 Kanten.

         -die Blätter graugrün bis dunkelgrün und schimmern auf der Unterseite silbrig, sie sind fiederförmig und leicht identifizierbar.

– Samen und Blüten sind Rispen

 

Trocknen:

Zum Trocknen wird der Beifuß gebündelt und mit dem Kopf nach unten an einem schattigen Ort aufgehängt, bis er komplett durchgetrocknet ist, bis es knistert. Wer es schneller möchte, kann die im Spätherbst gesammelte Wurzel auch bei max. 50 Grad im ganz leicht geöffneten Backofen trocknen. Die Trocknung von Kräutern sollte immer schonend passieren. Auf keinen Fall das Kraut vorher mit Wasser waschen. Dies und pralle Sonne zerstören seine ätherischen Öle und damit die Wirkung.

 

Verwechslungsgefahr:

Manchmal verwechselt man den gemeinen Beifuß, von dem hier die Rede ist (Artemisia vulgaris) mit dem weißen Gänsefuß, denn Farbe und Rispen sehen sich ziemlich ähnlich. Aber bei den Blättern ist die Unterscheidung klar. Der Gänsefuß hat ganze Blätter, die am Rand gezackt oder glatt sein können. Der Beifuß dagegen hat gefiederte Blätter. Der Gänsefuß ist nicht als Heilpflanze bekannt, sondern eher als essbare Pflanze (nicht über 400g).

Wichtig: Eine nahe aber gefährliche Verwandte des Beifuß ist die Beifußambrosie. Sie gilt als giftig für Allergiker und wird auch von Landwirten nicht gerne gesehen. Daher wurde vom Landwirtschaftsministerium sogar eine Meldestelle für Ambrosienfunde eingerichtet. Leider habe ich keine Fotos davon, da ich noch keinen gesehen habe. Die Unterscheidungsmerkmale sind folgende:

Die Blätter der Ambrosia sind sehr ähnlich zum gemeinen Beifuß, aber komplett grün oben und unten.

Die Ambrosia hat behaarte Stängel, der Beifuß nicht.

Ambrosia hat einen länglichen Blütenstand, der Beifuß eher pyramidenförmig.

Für alle, die es genauer und mit Foto sehen möchten, gibt es eine ganze Webseite zur Ambrosie. Hier der Link dazu.

 

  Weißer Gänsefuß

 

 

Gemeiner Beifuß

 

 

    Tinktur. Öl und Tee erstellen:

Für eine Tinktur gebe ich die frisch zerkleinerte Wurzel in mindestens 60%igen Alkohol und lasse dies in einem fest verschlossenen Twist-Off Glas an einer hellen, aber nicht sonnigen Stelle 3 Wochen stehen (täglich schütteln). Spätere Aufbewahrung in einer dunklen Tropfflasche.

 

Für den Tee 1 TL getrockneten Beifuß mit 250 ml kochendem Wasser angießen, 2-3 min ziehen lassen und dann abseihen. Nicht mehr als 3 Tassen pro Tag.

Um Öl herzustellen, Blüten, Blätter und Wurzeln  zerkleinern, in einem Schraubglas mit gutem Öl (ich nehme Olivenöl) auffüllen. An einem sonnigen Platz 3 Wochen ziehen lassen.. Täglich schütteln, abseihen und dunkel und kühl aufbewahren. Hilft bei Verspannungen, müde Beinen, Muskelkater und Rheuma.

Aufbewahrung:

Getrocknete Kräuter lassen sich gut in Schraubgläsern aufbewahren, die an dunklen Orten stehen. Manche Kräuter mögen es lieber in Papiertüten im Dunklen auf ihre Verwendung zu warten. Beifuß mag beides. Es hält sich 2 – 3 Jahre auf diese Weise, allerdings bevorzuge ich es, jedes Jahr neu zu sammeln, da das Aroma und die Wirkung so am intensivsten ist.

Viel Freude mit dieser tollen Pflanze

wünscht Dir

 

 

 

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Wichtig! Manche Räucherstoffe können giftig und/oder bewusstseinsverändernd sein und dadurch gesundheitsschädigende Wirkungen haben. Die Verwendung von Räucherpflanzen bzw. Räucherstoffen erfolgt grundsätzlich auf eigenes Risiko. Bitte informiert Euch vor dem Verräuchern der entsprechenden Pflanzen über mögliche Folgen für die Gesundheit. Wenn Ihr Neues ausprobiert, bitte erst einmal in kleinen Mengen und bei guter Belüftung. Folgt Eurem Gefühl und Eurem Körperempfinden.

2 comments on “Beifuß

  1. Liebe Beate,
    Ich bedanke mich an dieser Stelle, für diesen wirklich tollen und spannenden Artikel. Ich werde gleich mal schauen. Hast du noch mehr davon? Oder einen Ratgeber dazu veröffentlicht? Liebe Grüße

    • Hallo liebe Daniela, dank für Dein schönes Feedback. Im Moment gibt es auf dem Blog noch einen Artikel zum Thema Johanniskraut und in den nächsten Tagen über Rainfarn. Einen Ratgeber gibt es noch nicht, aber einen kleinen Online-Kurs zum Thema Rauhnächte mit einem Extrateil Räuchern. Du findest ihn unter http://www.zaubernächte.de Und ansonsten gibt es alle Neuigkeiten immer auf meiner Facebookseite „Das hungrige Herz“ oder der gleichnamigen Instagramseite. Links dafür sind auch im Blog-Beitrag ganz unten.

      Sonnige Grüße vom schönen Niederrhein
      Beate

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